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Good bye Südinsel – Reisebericht

Am Sonntag Morgen hatte sich der Regen gelegt, nur der aufsteigende Nebel zeugte noch von einer regenreichen Nacht. Die Gipfel der Umliegenden Berge war erneut in viel Schnee und tiefhängende Wolken gehüllt.

Berge und tief hängende Wolken

Klondykes Corner kurz vor Arthurs Pass

Als die Sonne es über die hohen Berggipfel geschafft hatte, haben wir uns auf den Weg zum Arthur’s Pass gemacht. Unser erster Stop sollte der alte Bahnhof werden.

Zug im Arthurs Pass Bahnhof

Zug im Arthurs Pass Bahnhof

Gerade als wir aus der I-Site kamen, stand der Zug im Bahnhof, bereit zum abfahren. Der Zug bietet alte Wagons, ein Aussichtsapteil und einen Tag voll von atemberaubender Landschaft!
Der freundliche Lokführer hat uns beim vorbeifahren noch gewunken, bevor er die alte Eisenbahnbrücke überquerte und im 8,5km langen Tunnel verschwand.

 

Der Arthur’s Pass entstand, als an der Westküste der Goldrausch ausbrach. Die Bevölkerung der Ostküste wollte ebenfalls am glorreichen Leben der Goldgräber teilhaben, und so gab es nur einen ‚direkten‘ Weg hinüber – durch das Gebirge! Mit Spitzhacke und Schaufel wurde der Arthur’s Pass geschaffen.

Historische Eisenbahnbrücke am Arthurs Pass

Historische Eisenbahnbrücke am Arthurs Pass

Benannt wurde er nach Arthur D. Dobson, er war der erste der das Gebirge auf diesem Wege überquert hatte, und so bewieß, dass die Straße möglich war.
Als sich der Goldrausch dem Ende neigte, wurde der Arthur’s Pass als Aussichtsstraße genutzt. Kutscher haben bis zu 8 Passagiere auf die 3 Tage lange Reise mit genommen und boten somit die ersten kommerziellen „Rundfahrten“ an. Mit einsetzender Industrialisierung und der Eisenbahn wurden die Kutscher arbeitslos, der Arthur’s Pass aber blieb.

 

Heute gilt der Arthur’s Pass als der schönste Pass von der Ost- zur Westküste (und umgekehrt). Er bietet spektakuläre Kulissen, die Berge ragen bis in die Wolken, die Täler wirken wie tiefe Schluchten. In der Devils Corner überquert man eine 300m lange Brücke, das Gefälle, welches folgt, beträgt 16%.

Devils Corner Brücke am Arthurs Pass

Devils Corner Brücke am Arthurs Pass

Hat man das Gefälle gut überstanden kann man sich eine der vielen Aussichtspunkte aussuchen und einen der frechen Keas beobachten, die am Arthur’s Pass berüchtigt für ihre Zerstörungskünste sind.
Wir hatten gleich doppelt Glück, nicht nur, dass wir einen Kea gesehen hatten, er fand das andere Auto auch noch viel interessanter als unseres!

Kea auf einem anderen Auto

Kea auf einem anderen Auto

Nachdem wir den Kea einige Minuten beobachtet hatten, wie er verstecken mit dem Besitzer des Autos gespielt hat, (Rundlauf ums Auto) ging es für uns weiter, noch mehr tolle Ausblicke genießen.

Straße am Berghang mit Geröllschutz und Wasserbrücke

Kreative Straßenführung durch die Berge am Arthurs Pass

Für die Nacht sind wir in die „Ahaura Domain“ gefahren. Neben einer vollausgestatteten Küche gab es richtig heiße Duschen, eine Waschmaschine und viel Platz für Auto und/oder Zelt. So viel Luxus hätten wir bei dem Preis gar nicht erwartet, 7$ für die erste Person, jede weitere 3$. Ahaura Domain – sehr zu empfehlen!

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Am Montag sind wir zurück nach Nelson gefahren. Ein letztes Mal wollten wir uns von unseren ehemaligen Host Kate und Ricky verabschieden und von unserem Arbeitskollegen, bei dem wir als Cat-sitter waren. Nach einer letzten Nacht in Wakefield haben wir am Dienstag Mittag dem Brightwater Vineyard lebe wohl gesagt, danach ging es in Richtung Picton. Für die Nacht haben wir es uns am „Alfred Stream Reserve“ gemütlich gemacht und die Fähre auf die Nordinsel für den nächsten Tag gebucht.

 

Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Über den Queen Charlotte Drive ging es nach Picton zum Hafen. Die Aussicht war einmalig schön, der Himmel gefärbt in einem intensiven rot als die Sonne langsam aufging.

Sonnenaufgang am Meer

Blick über die Sounds um Picton

Der Blick in die Sounds, die Hügel und Berge spiegeln sich im Wasser, die Lichter von Picton im Hintergrund und der orange-rote Schimmer des Himmels. Atemberaubend.

 

Gegen 9 Uhr legte unsere Fähre ab, eine halbe Stunde schipperten wir idyllisch durch die Sounds und passierten die vielen, kleinen Inseln mit ihren traumhaften Stränden.

Häuser am Berghang von der Morgensonne beschienen

Blick von der Fähre zurück nach Picton

Obwohl die See ruhig war mit ihren 1-2m Wellen, wurde uns schnell flau im Magen. Vielleicht waren wir doch zu stark von der letzten stürmischen Überfahrt geprägt. (Als wir im Januar auf die Südinsel kamen sind wir per Nacht-Fähre übergesetzt. 5m Wellen, die Nächte zuvor bis zu 130km/h Windböen.)
Dementsprechend froh waren wir, als Wellington sich am Horizont abzeichnete und wir in die sanften Gewässer des Hafens einfuhren. Um 12:30 Uhr hatten wir es geschafft und hatten wieder festen Boden unter den Füßen.

Meer und Häuser am Ende der Bucht

Blick auf Wellington bei der Einfahrt in den Hafen

Den Nachmittag haben wir uns die Zeit im Te Papa Museum vertrieben. Dank einiger Umbauten hatten wir die Wahl zwischen 2 Themenbereichen – soziale und kulturelle Ausstellung über Maori; (prä-)historische Entwicklung Neuseelands inklusive Tierwelt, Erdbeben und vulkanischer Aktivitäten. Ein sonderbereich gab es zum Thema Gallipoli. Während des ersten Weltkrieges (?) unterstützten Neuseeland und Australien die Truppen Englands vor der türkischen Küste, und steckten herbe Verluste ein.

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Vor vielen Milliarden Jahren spaltete sich Neuseeland von einem Urkontinent Namens Gondwana ab. Australien folgte wenige Milliarden Jahre später. Ohne Landbrücken zu anderen Kontinenten entwickelte sich das Leben in den beiden Ländern anders als überall sonst auf der Erde. Während Australien das Land der Beuteltiere ist, scheint Neuseeland das Land der flugunfähigen Vögel zu sein.

Kiwivogel

Kiwi und Kiwiei

Der wohl größte Vertreter dieser Art war der Moa, der vor 500 Jahren ausstarb. Kurz darauf folgte der riesige Seeadler. Mit einer Flügelspannweite von 3m war er das größte Raubtier Neuseelands. Als der Moa verschwand, folgte er wenig später.

großer Flugunfähiger Vogel und großer Raubvogel der jagd

Moa und der größte Raubvogel der damaligen Zeit, gesehen im Te Papa Museum

Mit den vielen Erdbeben und diversen Vulkanausbrüchen formte sich Neuseeland immer mehr zu dem, wie wir es heute kennen. In einem Erdbeben-Simulator kann man ein kleines Beben nachempfinden. Wirklich gruselig!

 

Die Gallipoli Ausstellung führt einen durch die Monate des Krieges. Zeitzeugenberichte, übergroße Szenendarstellungen, alte Waffen und Tagebücher lassen einen eintauchen in die blutige Schlacht. In großen Modellen werden die Taktiken dargestellt, mit denen die Neuseeländer an der türkischen Küste gekämpft haben.

großer Soldat watet durch rote Rosenblätter

Neuseeländischer Soldat im Meer aus Rosenblüten im Te Papa Museum

Auch wenn die Ausstellung wirklich bedrückend ist, wer sich für Zeitgeschichte, Gründe und Taktiken des Krieges interessiert sollte die Ausstellung besuchen.
Der kulturelle Bereich des Museums ist geprägt von Maori-Kunst. Schiffe, Werkzeuge, Häuser werden präsentiert, genauso wie ein Gemeindehaus, welches man sogar betreten kann.

schmuckvolles Kirchengebäude der Maoris

Maori Gemeindehaus und Kirche im Te Papa

Kurz um, das Te Papa ist definitiv einen Besuch wert! Sobald die Umbauten erstmal abgeschlossen sind, wird ein Tag zum erkunden wohl nicht mehr reichen.

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