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Nachtüberfahrt auf die Südinsel mit Dauerregen und Wind – Reisebericht

Ein wenig Wind an der Küste

In der Nacht frischte der Wind auf und ließ uns kaum schlafen. Windgeschwindigkeiten von bis zu 60km/h rüttelten an unserem Auto und ließen die Gischt gegen dieses peitschen. Zum morgen hin wurde es stiller, der graue Himmel brach auf und die Sonne kam zum Vorschein. Gute Voraussetzungen um zu den Putangirua Pinnacles zu wandern. Wir entschieden uns für den Lookout, der in etwa 45 Minuten zu erreichen war.

 

Putangirua Pinnacles

 

Herr der Ringe Drehort

Hobbits haben wir leider keine gesehen, dafür den Drehort, welcher in „Herr der Ringe“ als „Dimholt Road“ zu sehen war (Rückkehr des Königs).

Zum Mittag hin haben wir uns erneut ins Auto gesetzt und sind nach Wellington gefahren. Dort angekommen führte uns unser Weg direkt in die Library um eine Fähre auf die Südinsel zu buchen. Gesagt – getan! Am 20.1.17 um 2:30 Uhr in der Nacht geht's planmäßig los; Ankunftszeit in Picton gegen 6 Uhr morgens.
Nachdem wir nun das wichtigste erledigt hatten, sind wir zum Mt. Victoria Lookout gefahren, von hier hat man eine großartige Sicht über ganz Wellington, den Flughafen, den Hafen und das Meer.

Mt. Victoria Wellington Neuseeland

 

Abendessen am Meer

Für den Abend haben wir uns an eine der vielen Buchten der Shellies Bay gesetzt, den Blick über das Meer und die Lichter von Wellington in der Ferne genossen.
Um wenigstens ein bisschen Schlaf zu bekommen,  haben wir bei einer Tankstelle gefragt, ob wir uns 2 Stündchen bei ihnen auf den Parkplatz stellen dürften um zu schlafen – wir durften und haben die Zeit genutzt uns kurz etwas auszuruhen.
Um 2 Uhr früh waren wir am Hafen, unsere Fähre hatte allerdings 2 Stunden Verspätung. Als Entschädigung gab es kostenlosen Kaffee, wirklich sehr nett und wohltuend bei Regen und Wind um diese Uhrzeit!
Gegen 4 Uhr durften wir dann endlich auf die Fähre und haben es uns in Sesseln neben einem Bullauge gemütlich gemacht. Draußen regnete es leicht und die Wellen waren harmlos. Etwa 20 Minuten später legten wir ab und erreichten bald das offene Meer. Draußen war es dunkel, der Seegang wurde heftiger und das Schiff schaukelte bedrohlich zu allen 4 Seiten. Die Wellen waren 3-5m hoch und ließen das Schiff jedesmal laut und hart aufs Wasser aufschlagen, kein schönes Gefühl für unsere Mägen…

Ankunft in Picton

Gegen 7 Uhr erreichten wir zum Glück die Sounds rund um Picton, ruhigeres Gewässer und konnten die traumhaft schöne Landschaft bewundern!

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Segelboot vor Picton in den Sounds.

Als wir um 8 Uhr in Picton angekommen waren, haben wir als erstes einen Doc Campingplatz angesteuert um etwas zu schlafen. Den ganzen Tag über schaukelte alles und uns war immer noch etwas flau im Magen. Danach haben wir uns aufgemacht, den beeindruckend schönen Scenic drive über die Queen Charlotte Road zu machen. Traumhafte Aussichten haben uns für all die vielen Kurven belohnt. Zum Abend hin haben wir „Waves Campsite“ angesteuert und uns weiter von der unruhigen Überfahrt erholt.

Am nächsten morgen waren wir wieder fit und konnten die Landschaft bei einer kleinen Wanderung genießen. Die Straßen führen meist direkt am Meer entlang und alle paar 100m gibt es wunderschöne Aussichtspunkte direkt an der Straße!

Aussicht auf den Sound

 

Eine Nacht auf der Titirangi Farm Campsite

Unser Weg führte uns auf eine Halbinsel hinauf zur Titirangi Farm Campsite. 70km schlängelte sich die Straße durch beeindruckend schöne Landschaft, vorbei an Stränden und steilen Klippen. Kaum waren wir angekommen und hatten unser Zelt aufgebaut, fing es an zu regnen – und hörte die Nacht über nicht auf.
Der Regen wurde in der Nacht schlimmer und Wind kam auf. Selbst den nächsten Tag regnete es durchgehend weiter.
Doch trotz des Regens war der Campingplatz wirklich schön gemacht und es gab Wekas, flugunfähige Vögel, die wirklich dreist aber sehr witzig sind. Davon haben wir auch ein paar Videos gemacht, diese kommen demnächst auf unseren Youtube Kanal.

Weeka

Dichte Wolken und immernoch Regen

Als wir am nächsten morgen aufgebrochen sind, lagen die Bergspitzen der Umgebung in einer dichten Wolkendecke. Die Straße wurde nun von einem reißenden Bach gesäumt und der Wind hatte den ein oder anderen Ast oder gar kleineren Baum auf die Straße gedrückt. Die Sicht über die Täler bestand nur aus einer einzigen Nebelwand – schon sehr beeindruckend diese Wetterwechsel.
Auf dem Weg zum Alfred Stream Reserve, einem kostenlosen Campingplatz des Marlborough Councils, haben wir die Pelorus Bridge passiert. Eine alte, einspurige Brücke, die über einen Fluss führt. Verrückte Adrenalinjunkies springen hier von der Brücke ins Wasser (und an einigen wenigen Stellen kann man sogar wirklich reinspringen, sollte es aber nicht!), welches normalerweise glasklar ist! Als wir die Brücke erreichten, war der Fluss auf die doppelte Breite angeschwollen und das braun trübe Wasser floss rasend schnell.
Ursprünglich wollten wir auf dem „Brown River Reserve“ Campingplatz übernachten, nur wenige Kilometer nördlich des Alfred Stream Reserves, doch jener war bereits stark überflutet und deswegen haben wir unseren Plan spontan geändert. Spontane Pläne sind ja sowieso meistens die besten.

 

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