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Freedom-Camping: Warum so viele Locals dagegen sind – Backpacker Tipps

Was ist Freedom Camping in Neuseeland

Freedom Camping an sich ist eigentlich eine super Sache! Du stellst dich mit deinem Van dahin, wo es einem gefällt, oder schlägst dein Zelt auf – und das ohne Geld bezahlen zu müssen.
Vor einigen Jahren (ca. bis 2011) noch war genau das, wie Freedom-Camping in Neuseeland LEGAL betrieben werden durfte. Heute gibt es noch immer noch viele Plätze, auf denen das kostenlose Schlafen erlaubt ist, doch die Flächen sind begrenzt und werden von Jahr zu Jahr weniger. In Nelson z.B. wurden Übergangs-Plätze eingerichtet, die in der Nebensaison geschlossen werden. In einigen Regionen ist das Freedom-Camping mittlerweile sogar komplett verboten.

 

Freedom Camping in Neuseeland

Darum wird Freedom Camping immer weiter eingeschränkt, trotzdem kannst du an einigen der schönsten Orte noch campen.

 

Was ist also passiert, dass sich so viele Councils & Locals gegen das Freedom-Camping aussprechen?

Ganz einfach, es wurde von früheren Backpackern und Touristen ausgenutzt. Es wurde Müll liegen gelassen, mit Shampoo und Duschgel in Seen gebadet, Geschirr mit Spülmittel in Flüssen abgewaschen. Diese Art der Umweltverschmutzung stört nicht nur die Anwohner, sondern auch das DoC. Als Konsequenz haben sich die einzelnen Councils mit dem Thema Freedom-Camping kritischer aus einander gesetzt und es von Jahr zu Jahr weiter eingeschränkt. Was frühere Backpacker also verbockt haben, müssen wir, die heutigen Backpacker, also ausbaden!

 

Was ist das DoC?

Das DoC (Department of Conservation) ist eine Behörde des öffentlichen Dienstes und wurde am 1.4.1987 gegründet.  Seine Aufgabe ist der Schutz der Natur. Darunter fallen unter anderem Themengebiete wie:

  • Pest Control (Schädlingsbekämpfung).
  • Wanderwege in Schuss halten.
  • Naturschutzgebiete errichten und aufrecht erhalten.
  • Bedrohte Tierarten schützen.
  • Die Natur Menschen zugänglich zu machen, ohne diese dabei zu zerstören.

Zwei Beispiele um den letzten Punkt zu erläutern sind:

  • Wanderwege durch Naturschutzgebiete zu bauen und zu erhalten (nur dank dem DoC, können wir zum Beispiel den Kauri Bäumen im Northland so nahe kommen wie nirgends sonst).
  • Die DoC Campingplätze. Das Doc ist die einzige Behörde, der es erlaubt ist, in Naturschutzgebieten Campingplätze zu errichten – niemand sonst, würde dafür eine Erlaubnis erhalten!

 

Was kostet die Übernachtung auf DoC-Campingplätzen?

Das DoC unterscheidet in 4 verschiedene Arten von Campingplätzen:

  1. Basic: Ein Basic ist kostenlos. Es gibt meistens ein Plumpsklo, selten ein Waschbecken.
  2. Standard: Standard Plätze können von einfachen Plumpsklos ohne Waschbecken, bis hin zu fließend Wasser und kalte Dusche bieten. Der Preis lag 2017 bei 6 NZD und wurde seit 2017 auf 8 NZD angehoben.
  3. Scenic: Ein Scenic Campingplatz kann genauso viel oder auch wenig wie der Standard bieten, der Unterschied liegt hier in der Natur und dem Ort! Ein Scenic Platz liegt entweder an einem besonders gefragten und schönem Ort oder in anderweitig stark schützenswerter Natur. Der Preis wurde hier von 10 NZD auf 15 NZD angehoben.
  4. Serviced: Der Serviced Platz bietet heiße Duschen, Küche, Mülleimer, Trinkwasser und kostet 20 NZD.
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Warum haben sich die Preise erhöht?

Wie gut zu erkennen ist, hat das Doc die Preise um mindestens 2 NZD angehoben.
Doch warum?
Zum einen, weil mehr Menschen, die die Campingplätze nutzen, mehr Arbeit für das DoC bedeuten. Die Toiletten müssen öfters gereinigt, die Mülleimer öfters entleert werden und der liegengelassene Müll von Missbrauchenden Nutzern muss ebenfalls entsorgt werden.
Und hier liegt schon der zweite Grund – dass Müll liegen gelassen wird. Dazu zählt auch die falsch Benutzung einer Toilette, bzw. das nicht-Benutzen der Selbigen!
Gerade bei Plumpsklos ist das ein häufig beobachtetes Phänomen. Ja, manchmal sind Plumpsklos wirklich nicht schön, es kann riechen und es ist ungewohnt. Aber deswegen mitten in ein Naturschutzgebiet zu kacken kann nicht die Lösung sein! Und dabei ist es eigentlich recht simpel, solche Plumpsklos ordentlich zu halten, Deckel runter und Tür auf – schon riecht sie nicht mehr!
Aber zurück zum DoC. Viele Menschen bedeuten viel Arbeit, und wenn dann „nur“ 5% dabei sind, die sich nicht ordentlich verhalten, wird daraus jede Menge Arbeit! Hier liegt also die Erklärung für den Preisanstieg.

 

Was hat das jetzt mit Freedom-Camping zu tun?

Leider eine ganze Menge. Durch die Preiserhöhung scheinen viele die DoC-Campingplätze als zu teuer anzusehen und bezahlen entweder nicht, oder fahren auf einen Free-Spot. Die Free-Spots werden dadurch natürlich immer voller, und wie schon erwähnt: mehr Menschen machen mehr Arbeit. Doch wer kümmert sich hier um die Entsorgung des Mülls? Richtig – das DoC oder die Councils. Um sich zusätzlich noch um die Free-Spots kümmern zu können, verlangt das DoC also mehr Geld auf den DoC-Campingplätzen – der Teufelskreis ist perfekt!

 

Wie können wir diesen Teufelskreis durchbrechen?

Es ist eigentlich ganz einfach – indem wir uns alle an die Regeln halten!
Indem wir unseren Müll mitnehmen und in Mülleimern entsorgen. Wenn ein Mülleimer voll ist, wir nicht den Müll daneben stellen, sondern auf den nächsten Mülleimer warten. Indem wir die Toiletten ordentlich hinterlassen, sodass niemand „gezwungen“ ist, in den Wald zu gehen. Indem wir auf den DoC-Campingplätzen bezahlen! Das DoC ermöglicht uns, in Naturschutzgebieten zu übernachten, für nur einen kleinen Betrag. Wir dürfen nicht vergessen, dass das DoC mit diesen Geldern viel mehr macht, als nur die „stinkenden Klos nicht zu reinigen“, wie man es in manchen Kommentaren liest. Dazu ein schönes Zitat, welches wir an einer Toilettenwand gefunden haben: „To keep the toilet smelling sweet, dont forget to close the seat.“ Es kann so einfach sein, wenn wir uns alle daranhalten!

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Was ist die Essenz daraus?

Viele Lokals haben über Generationen von Backpackern gelernt, dass diese sich nicht benehmen können, Müll und Chaos hinterlassen. Schlecht gelaunte Locals machen Druck beim Council, wodurch diese das Freedom-Camping einschränken. Eingeschränktes Freedom-Camping und steigende Preise für die Campingplätze bringen unzufriedene Backpacker hervor, die sich aus Trotz nicht mehr an die Regeln halten. Die Lokals sehen also wieder eine Generation an schlechten Backpackern.
Es liegt an uns, die wir heute als Backpacker durch Neuseeland reisen, ob wir den folgenden Generationen das Freedom-Camping weiter versauen wollen, indem wir keine Rücksicht nehmen, oder ob wir anfangen, den Locals zu beweisen, dass wir mit der Verantwortung des Freedom-Campings umzugehen wissen!
Befolgen wir alle die wenigen Regeln, können wir es schaffen den Teufelskreis zu durchbrechen.

 

Was du jetzt tun solltest

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Kia Ora. Wir wünschen Dir eine schöne Reise durch dieses wundervolle Land!

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