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Freedom-Camping: Warum so viele Locals dagegen sind – Backpacker Tipps

Freedom Camping an sich ist eigentlich eine super Sache! Man stellt sich mit seinem Van dahin, wo es einem gefällt, oder schlägt sein Zelt auf  – und das ohne Geld bezahlen zu müssen.
Vor einigen Jahren noch war genau das, wie Freedom-Camping in Neuseeland LEGAL betrieben werden durfte. Heute gibt es noch immer viele Plätze, auf denen das kostenlose Schlafen erlaubt ist, doch die Flächen sind begrenzt. In Nelson z.B. wurden Übergangs-Plätze eingerichtet, die in der Nebensaison geschlossen werden. In einigen Regionen ist das Freedom-Camping sogar komplett verboten.

Was ist also passiert, dass sich so viele Councils gegen das Freedom-Camping aussprechen?

Ganz einfach, es wurde von früheren Backpackern und Touristen ausgenutzt. Es wurde Müll liegen gelassen, mit Shampoo und Duschgel in Seen gebadet, Geschir mit Spüli in Flüssen abgewaschen. Diese Art der Umweltverschmutzung stört nicht nur die Anwohner, sondern auch das DoC. Als Konsequenz haben sich die einzelnen Councils mit dem Thema Freedom-Camping kritischer aus einander gesetzt und es von Jahr zu Jahr weiter eingeschränkt. Was frühere Backpacker also verbockt haben, müssen wir, die heutigen Backpacker, also ausbaden!

Was ist das DoC?

Das DoC (Department of Conservation) ist eine Behörde des öffentlichen Dienstes und wurde am 1.4.1987 gegründet.  Seine Aufgabe ist der Schutz der Natur. Darunter fallen unter anderem Themengebiete wie:

– Pestcontrol (Schädlingsbekämpfung)
– Wanderwege in Schuss halten
– Naturschutzgebiete errichten und aufrecht erhalten
– bedrohte Tierarten schützen
und die Natur Menschen zugänglich zu machen, ohne diese dabei zu zerstören.

Zwei Beispiele um den letzten Punkt zu erläutern sind:
1) Wanderwege durch Naturschutzgebiete zu bauen und zu erhalten (nur dank dem DoC, können wir zum Beispiel den Kauri Bäumen im Northland so nahe kommen wie nirgends sonst)
2) Die DoC Campingplätze. Das Doc ist die einzige Behörde, der es erlaubt ist, in Naturschutzgebieten Campingplätze zu errichten – niemand sonst, würde dafür eine Erlaubnis erhalten!

Wie ergeben sich die Preise auf DoC-Campingplätzen?

Das DoC unterscheidet in 4 Arten von Campingplätzen

1) basic
2) standart
3) scenic
4) serviced

1) Ein Basic ist kostenlos. Es gibt meistens ein Plumpsklo, selten ein Waschbecken.

2) Standart Plätze können von einfachen Plumsklos ohne Waschbecken, bis hin zu fließend Wasser und kalte Dusche bieten. Der Preis lag bei 6$, und wurde auf 8$ angehoben.

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3) Ein Scenic kann genauso viel oder auch wenig wie der Standard bieten, der Unterschied liegt hier in der Natur! Ein Scenic Platz liegt entweder an einem besonders gefragten und schönem Ort oder in andersweitig stark schützendwerter Natur. Der Preis wurde hier von 10$ auf 13$ angehoben.

4) Der Serviced Platz bietet heiße Duschen, Küche, Mülleimer, Trinkwasser und kostet 18$.

Wie gut zu erkennen ist, hat das Doc die Preise um mindestens 2$ angehoben. Doch warum?
Zum einen, weil mehr Menschen, die die Campingplätze nutzen, mehr Arbeit für das DoC bedeuten. Die Toiletten müssen öfters gereinigt, die Mülleimer öffters entleert werden und der liegengelassene Müll muss ebenfalls entsorgt werden. Und hier liegt schon der zweite Grund – dass Müll liegen gelassen wird. Dazu zählt auch die falsch Benutzung einer Toilette, bzw. das nicht-Benutzen!
Gerade bei Plumsklo ist das ein häufiges Phänomen. Ja, manchmal sind Plumsklo wirklich nicht schön, es kann riechen und es ungewohnt. Aber deswegen mitten in ein Naturschutzgebiet zu ******* kann nicht die Lösung sein! Und dabei ist es eigentlich recht simpel, solche Plumsklos ordentlich zu halten, Deckel runter und Tür auf – schon riecht sie nicht mehr!
Aber zurück zum DoC. Viele Menschen bedeuten viel Arbeit, und wenn dann „nur“ 5% dabei sind, die sich nicht ordentlich verhalten, wird daraus jede Menge Arbeit! Hier liegt also die Erklärung für den Preisanstieg.

Was hat das jetzt mit Freedom-Camping zu tun?

Leider eine ganze Menge. Durch die Preiserhöhung scheinen viele die DoC-Campingplätze als zu teuer anzusehen und bezahlen entweder nicht, oder fahren auf einen Free-Spot. Die Free-Spots werden dadurch natürlich immer voller, und wie schon erwähnt: mehr Menschen machen mehr Arbeit. Doch wer kümmert sich hier um die Entsorgung des Mülls? Richtig – das DoC oder die Councils. Um sich zusätzlich noch um die Free-Spots kümmern zu können, verlangt das DoC also mehr Geld auf den DoC-Campingplätzen – der Teufelskreis ist perfekt!

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Wie können wir diesen Teufelskreis durch brechen?

Es ist eigentlich ganz einfach – indem wir uns alle an die Regeln halten!
Indem wir unseren Müll mitnehmen und in Mülleimern entsorgen. Wenn ein Mülleimer voll ist, wir nicht den Müll daneben stellen, sondern auf den nächsten Mülleimer warten. Indem wir die Toiletten ordentlich hinterlassen, sodass niemand „gezwungen“ ist, in den Wald zu gehen. Indem wir auf den DoC-Campingplätzen bezahlen! Das DoC ermöglicht uns, in Naturschutzgebieten zu übernachten, für nur einen kleinen Betrag. Wir dürfen nicht vergessen, dass das DoC mit diesen Geldern viel mehr macht, als nur die „stinkenden Klos nicht zu reinigen“, wie man es in manchen Kommentaren liest. Dazu ein schönes Zitat, welches wir an einer Toilettenwand gefunden haben: „To keep the toilet smelling sweet, dont forget to close the seat.“ Es kann so einfach sein, wenn wir uns alle daran halten!

Was ist die Essenz daraus?

Viele Lokals haben über Generationen von Backpackern gelernt, dass diese sich nicht benehmen können, Müll und Chaos hinterlassen. Schlecht gelaunte Locals machen Druck beim Council, wodurch diese das Freedom-Camping einschränken. Eingeschränktes Freedom-Camping und steigende Preise für die Campingplätze bringen unzufriedene Backpacker hervor, die sich aus Trotz nicht mehr an die Regeln halten. Die Lokals sehen also wieder eine Generation an schlechten Backpackern.
Es liegt an uns, die wir heute als Backpacker durch Neuseeland reisen, ob wir den folgenden Generationen das Freedom-Camping weiter versauen wollen, indem wir keine Rücksicht nehmen, oder ob wir anfangen, den Locals zu beweisen, dass wir mit der Verantwortung des Freedom-Campings umzugehen wissen!
Befolgen wir alle die wenigen Regeln, können wir es schaffen den Teufelskreis zu durch brechen.

Bitte teilt diesen Artikel, denn nur gemeinsam schaffen wir es, dem Freedom-Camping einen besseren Ruf zu verschaffen. Hast Du noch weitere Ideen und Anregungen was wir tun können um dieses Ziel zu erreichen? Lasst es uns über die Kommentare wissen!
Kia Ora. Wir wünschen Dir eine schöne Reise durch dieses wundervolle Land!

 

Neuseelands schönste Ecken, Wanaka von Roys Peak aus gesehen.
 

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