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Neuseelands Variante der „Ruta de la muerte“ und das East Cape – Reisebericht

Ein verrückter Weg zum Campingplatz

Nach der Arbeit in der Library mussten wir uns nun einen Schlafplatz für die Nacht suchen. Wir haben uns für den zweit östlichsten Doc Campground in Whitikau entschieden. Von Whakatane etwa 2 Stunden Fahrzeit. Die letzten 40 km davon führten uns über Gravelroad und Offroad. Die Straße wand sich über Berge durch Täler, vorbei an den letzten Farmen mitten hinein in den Wald. Der Himmel war verhangen mit dunklen Regenwolken und vereinzelt vielen Tropfen. Die Straße war gerade breit genug für 1 Fahrzeug, rechts ein steiler Berg, links ein ebenso steiler Abgrund. Die Kurven waren nicht einzusehen und die Gravelroad wich der Offroad, die Fahrbahn bestand aus Lehm, einigen wenigen Steinen und Schlaglöchern, an einigen Stellen wurde sie unterbrochen durch kleine Wasserläufe, welche bei stärkerem Regen die Fahrbahn zu einer einzigen Rutschpartie machen würden. Immer wieder sah man abgerutschte Berghänge die zum Teil noch auf der Straße lagen. Die Brücken bestanden aus Holz, es gab Warnungen für schwere Fahrzeuge und ein Geschwindigkeitslimit von 5-15 km/h. Ein Warnschild mit der Aufschrift „EXTREM DANGER! Logging Trucks blind corners“ trug noch mehr zu dem Gefühl bei, dass wir uns auf der „ruta de la muerte“ der Straße des Todes in Bolivien befanden.

 

Spät eingetroffen aber immerhin

Als wir vor der Dämmerung den Campground endlich erreicht hatten, standen wir vor zwei kleinen, zugewachsenen Lichtungen. Es gab einen Fluss, eine überwucherte Feuerstelle und jede Menge Wald. Nach dieser Höllen-Strecke ein wahres Paradies. Unwichtig zu erwähnen das wir die einzigen Camper dort waren.

Doc Campingplatz Whitikau

In der Nacht versperrten uns leider Wolken die Sicht auf den großartigen Sternenhimmel, dafür war der Vollmond in seiner ganzen Pracht zu bewundern und erhellte uns die Umgebung.
Wer es gerne ein bischen abenteuerlich und abseits vom Mainstream mag, sollte diesen abgelegenen Campspot mal besuchen, er bietet ein WC, Trinkwasser direkt aus dem Fluss (sehr lecker), diverse Stellplätze, 2 Feuerstellen, jede Menge Wald mit Wanderrouten und eine 40 km Fahrt über eine einmalige Straße!

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Ein Albtraum auf dem Rückweg in die Zivilisation

Am Morgen mussten wir diese abenteuerliche Straße wieder zurück, und gleich nach wenigen Kilometern begegneten uns ein Fahrzeug, welches die Straße um 20cm verbreitert hat und ein Truck. Da wir keine Ausweichmöglichkeiten hatten blieb uns nur rückwärts fahren, etwa 2 Kilometer bis zur nächsten Passiermöglichkeit!

 

Auf dem Weg zum East Cape

Gegen Nachmittag hatten wir Halt bei einer alte Werft in Hicks Bay gemacht. Leider war der Steg aus Sicherheitsgründen gesperrt, sodass wir weiter Richtung East Cape gefahren sind. Wenige Kilometer später sind wir in Te Araroa angekommen und haben „Te Waha O Rerekohu“ besucht, den größten und ältesten Pohutukawa Baum von Neuseeland und der Welt.

Te Waha O Rerekohu, der größte und älteste Pohutukawa Baum der Welt.

 

Eine Nacht am East Cape

Die Nacht haben wir auf dem East Cape Campground verbracht um am nächsten Morgen eine kurze Anfahrt zum East Cape zu haben.
Der Weg zum Leuchtturm führt über einen privat Weg und mitten durch eine Pferdekoppel, bevor er sich 800 Stufen den Berg entlang windet. Die Sicht war wirklich schön und jede Stufe wert.

East Cape Leuchtturm

Natürlich haben wir nach dem Abstieg den Pferden einen kleinen Besuch abgestattet und den Fohlen beim spielen zugesehen. So eine Kamera fanden sie scheinbar wirklich interessant.

Julian, umgeben von neugierigen Pferden.

Nach den Streicheleinheiten ging es weiter Richtung Gisburne. Unser erster Halt war eine Geisterstadt mit alter Werft.

Ruinen in der Geisterstadt, hier das alte Werft Gebäude.

Zur Zeit leben 400 Menschen dort, es waren mal 5.000 in der Hochzeit der Industrie Anfang des 19. Jahrhunderts, und gefühlt ist jedes zweite Haus verlassen und zugenagelt, Einsturz gefährdet oder schon zusammen gebrochen.

 

Am Strand im Tatapouri Motor Camp

Unser letzter Stop für den Tag war der Tatapouri Motor Camp. Hier hat man WLAN, Küche, Waschmaschinen, heiße Duschen, viele Stellplätze und in der ersten Reihe befindet man sich 5 Meter vom Strand entfernt. Einfach ein schöner Platz zum schlafen, danach geht es dann weiter nach Gisborne und ab da müssen wir mal schauen was sich so ergibt. Entweder arbeiten oder Richtung Lake Whakaremoana an den Great Walk und ein paar Tage am See entspannen.

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