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Die vierte Reise nach Neuseeland #06 – Reisebericht

Eine Wanderung in die Berge und ein Verlust

Nachdem das Wochenende nun vorüber ist, wollen wir heute eine Wanderung in die umliegenden Berge machen. In Kaikoura bietet sich eine Wanderung auf den beliebten Berggipfel von Mount Fyffe an. Mit 1602 Metern ist er nicht gerade klein, startet die Wanderung am Parkplatz relativ knapp über dem Meeresspiegel. So liegen also viele Höhenmeter vor uns. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir die Berghütte und erfreuen uns an einer kurzen Pause und der tollen Aussicht. Kurz hinter der Berghütte fängt es an, dass im Schatten Schnee liegt. Durch den Schnee verlangsamt sich unsere Geschwindigkeit drastisch. Statt wie vorher 3-4 Kilometer pro Stunde zurückzulegen kommen wir nur noch mit Mühe überhaupt auf einen Kilometer pro Stunde. Der Gipfel ist von der Berghütte eigentlich gar nicht so weit entfernt, doch auf Grund des Schnees und einem zunehmend starken Wind beschließen wir kurz vor dem Gipfel unseren Aufstieg abzubrechen. Zu schade, wollte ich gerne meine Erinnerungen aus 2015 auffrischen, denn damals war ich bereits einmal im Sommer auf dem Gipfel.

 

Philipp am Mt. Fyffe

Philipp am Mt. Fyffe

 

Da ich für Mount Fyffe eine Drohnengenehmigung habe, nutzen wir die Gunst der Stunde und testen die Mavic 2 im starken Wind. Erstaunlicherweise klappt es trotz Böen mit bis zu 50kmh recht problemlos und wir bekommen ein paar großartige Aufnahmen vom Berg und der umliegenden Täler und Wälder.

 

Die Aussicht von Mt. Fyffe

Die Aussicht von Mt. Fyffe

 

Nach einer erneuten Pause an der Berghütte machen wir uns auf die Wanderung zurück zum Parkplatz. Der Abstieg geht deutlich leichter von der Hand und in weniger als der Hälfte der Zeit sind wir wieder unten. An dem Platz wo ich meine Gopro für einen Zeitraffer versteckt habe, befindet sie sich mysteriöserweise nicht mehr. Schade, denn der Zeitraffer mit dem Tal und den Wolken wäre bestimmt cool gewesen. Falls also jemand am Mount Fyffe Lookout eine Gopro mit zerkratzter Frontlinse findet, es wäre cool, wenn du dich bei mir meldest. Die Speicherkarte brauche ich (so noch die Aufnahmen darauf sind), die Kamera kannst du gerne behalten, wenn sie dir ans Herz gewachsen ist.

 

Schnee beim Aufstieg auf Mt. Fyffe

Schnee beim Aufstieg auf Mt. Fyffe

 

Nach diesem kleinen Schrecken (ok zu dem Zeitpunkt haben wir uns ziemlich aufgeregt) gehen wir zum Parkplatz, steigen in den Van und machen einen kurzen Zwischenstopp bei der Polizei in Kaikoura. Dem Polizisten tut die Sache sichtlich leid und wir nutzen die Gunst zu fragen, wo wir legal in Kaikoura mit unserem Van Freedom campen dürfen. Die Summe einer neuen Gopro müssen wir wohl an anderer Stelle wieder einsparen…

 

Eine zusätzliche Nacht in Kaikoura

Nachdem es durch den Umweg und die Verlustmeldung bei der Polizei recht spät geworden ist, beschließen wir eine zusätzliche Nacht am Strand in Kaikoura zu schlafen. Den Platz nennen wir bewusst nicht, da die Regeln sich kurz danach erneut geändert haben und wir niemanden animieren wollen eine Strafe zu bekommen.

 

Nachtimmel in Kaikoura

Nachtimmel in Kaikoura

 

Philipp regt sich immer noch über den Verlust auf, während ich bereits online schaue wo wir einen Ersatz herbekommen. Eine kleine Wasserdichte Kamera ist schließlich eine notwendige und praktische Kamera für die Reise. Eine Kamera die man auch mal mitnehmen kann, wenn man alle anderen Gerätschaften nicht mehr auspacken würde.

 

Blick in richtung Mount Fyffe

Blick in richtung Mount Fyffe

 

Von Kaikoura aus fahren wir am nächsten morgen zum erstbesten Elektronikladen, leider haben diese keine Gopro beziehungsweise nicht das richtige Modell für uns. Auch im Elektronikgeschäft entschuldigt sich der Mitarbeiter für den Verlust und betont, dass dies nicht das typische Neuseeland sei. Eine Sache die ich ihm ehrlich abkaufe, denn auf vier Reisen ist dies das erste Mal, dass mir etwas abhandengekommen ist.

Wir fahren den Küstenhighway entlang Richtung Blenheim um uns eine Dusche nach der anstrengenden Wanderung von gestern zu gönnen. Außerdem hoffen wir, dass wir in der größeren Stadt eher eine neue Actioncam bekommen. Ärgerlicherweise ist auch das Ministativ zusammen mit der Gopro verschwunden. Aber gut, shit happens und bevor jetzt Fragen aufkommen. Ja das Risiko war mir bewusst und auch danach filme ich noch genau so mit meiner Gopro. Nur achte ich jetzt stärker darauf sie ein wenig besser zu verstecken. Gelegenheit macht Diebe, leider überall auf der Welt gleichermaßen.

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Sonnenuntergang in Neuseeland

Sonnenuntergang in Neuseeland

 

Eine Nacht in Blenheim und ein Arbeitsreicher Tag

Nachdem wir eine schöne Nacht am Wairau Diversion Mouth verbracht haben, fahren wir erneut nach Blenheim. Heute wollen wir eine neue Gopro kaufen und anfangen unser Bildmaterial zügiger zu sichern, denn wer weiß ob wir nochmal etwas verlieren. Die Bücherei in Blenheim ist gut sortiert und das Internet ist von der Geschwindigkeit ok. Auch eine neue Gopro samt Ministativ kriegen wir hier gekauft, als Goodie schenkt uns der Verkäufer noch einen Gopro Rucksack, weil ihm der Verlust sichtlich unangenehm ist. Es ist schön zu sehen, dass Neuseeland trotz allem so stark auf diesen Verlust reagiert, wobei ich selbst mit dem Thema bereits abgeschlossen habe.

 

Wairau Diversion Mouth

Wairau Diversion Mouth

 

Eine neue Gopro im Gepäck fahren wir über den Highway in Richtung Saint Arnaud. Dort halten wir an den beiden Seen und genießen die Ruhe.

 

Nelson Lakes

Nelson Lakes

 

Gegen Nachmittag fahren wir von Lake Rotorua in Richtung Nelson. Ein ehemaliger Supervisor aus meiner Working Holiday Zeit arbeitet dort auf einer Hopfenfarm und wir wollen ihn mit einem Besuch überraschen. Die Adresse der Farm hatte ich mir bereits vor Monaten besorgt, doch als wir nachmittags dort eintreffen ist niemand mehr da. Wir suchen ein wenig und finden im Büro noch jemanden, der uns netterweise die richtige Adresse von Jed verrät. Wenige Minuten später sitzen wir erneut im Van und fahren diesmal zur richtigen Adresse. Als wir die Einfahrt zu Jeds Haus hochfahren, kommt er sichtlich irritiert aus der Tür und erinnert sich doch schnell an mich.

 

Ein neugieriger Weka

Ein neugieriger Weka

 

Wir werden eingeladen eine Nacht zu bleiben und uns am nächsten Tag die Farm in Ruhe anzuschauen.

 

Ein Tag auf der Hopfenfarm

Da wir beide noch nie eine Hopfenfarm besucht haben, lassen wir uns dieses Angebot nicht entgehen. Die Gastfreundschaft der Neuseeländer ist einfach grandios. Nur mit Mühe können wir seine Frau davon abhalten nur für uns extra noch einmal zu kochen. Denn schließlich haben wir unser fahrendes Zuhause ja dabei und möchten den beiden nicht zur Last fallen.

 

So wird Hopfen angebaut

So wird Hopfen angebaut

 

Am nächsten morgen fahren wir morgens zur Farm wo Jed bereits seit 2 Stunden seine Mannschaft mit Arbeit versorgt. Als wir eintreffen stellt er uns kurz seiner Mannschaft vor und gibt uns dann eine kurze Führung über die Farm. Mit 80 Hektar ist die Hopfenfarm seiner Aussage nach eher klein, aber trotzdem füllt sie fast das gesamte Tal aus und wir sind sichtlich beeindruckt von den Dimensionen. Nach der Führung biete ich Jed an ein paar Fotos der Farm mit meiner Drohne zu machen, so kann ich wenigstens etwas zurück geben für die Gastfreundschaft. Nachmittags kriegen wir mitgeteilt wir sollten doch noch eine Nacht bleiben, seine Frau hätte bereits eingekauft und würde für uns drei zu Abend kochen. Eine merkwürdige wenn auch sehr liebevolle Situation. Wir stimmen zu und Philipp ist sichtlich erfreut, denn es gibt Steaks. Hat er mit mir als Reisekumpanen niemanden im Gepäck der sonst Fleisch isst.

 

80 Hektar Hopfenfarm

80 Hektar Hopfenfarm

 

Eine neue Farm

Vor dem Abendessen zeigt Jed uns noch eine Ansammlung an Wiesen und erklärt stolz, dass hier die nächste Farm entstehen soll. Diese umfasst immerhin 200 zusätzliche Hektar und soll in 2-3 Jahren auf voller Kapazität laufen. Die Größendimensionen sind einfach umwerfend und selbst aus der Luft mit der Drohne ist es schwierig diese Dimensionen einzufangen.

 

Sternenhimmel zwischen St. Arnaud und Richmond

Sternenhimmel zwischen St. Arnaud und Richmond

 

Am nächsten morgen schlafen wir aus, bedanken uns bei seiner Frau Melissa für die Gastfreundschaft und fahren den Highway weiter in Richtung Rabbit Island. Dort frühstücken wir mit Blick auf den Strand und treffen uns gegen Mittag in Richmond mit einem Deutschen Auswanderer namens Nikita. Auf der Reise habe ich ein Kabel von meiner Technik kaputt gemacht, die Ersatzkabel waren in Neuseeland nicht zu bekommen, so hat Nikita netterweise mein Paket mit einer Lieferung aus Hongkong angenommen.

Da es in Richmond auch ein Freedom Camp gibt, verbringen wir den Nachmittag in der Bücherei und fahren abends auf den Fittal Street Car Park und besetzen den letzten freien Platz dort. Ein bisschen gruselig sind manche der anderen Camper schon, scheinen hier auch einige Einheimische mehr oder weniger zu wohnen.

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Nelson und endlich wieder eine Dusche

Nach einer entspannten Nacht in Richmond fahren wir nach Nelson ins Schwimmbad, wir wollen endlich noch einmal duschen. Eine Tücke des Freedom Campings ist die meist minimale Ausstattung der Plätze. Was grundlegend auch vollkommen ok ist, so muss man für eine Dusche halt einfach ins Schwimmbad gehen oder dann doch mal einen bezahlten Campingplatz besuchen. Eine Dusche im Schwimmbad kostet meist nur wenige Dollar (meist 2-5 NZD) und reicht vollkommen aus für ein gutes Gefühl.

 

Nachdem wir den Wetterbericht gecheckt haben, schlägt Philipp vor noch einen kleinen Abstecher zur Golden Bay zu machen und dort ein paar Tage zu verbringen. Für Picton hat er einen Kontakt hergestellt der uns in ein Hostel einladen will. Da wir aber gerne vorher noch etwas mehr erkunden wollen, beschließen wir den Hostelbesuch erst für das Ende der kommenden Woche zu nutzen.

 

Golden Bay und eine unerwartete Entdeckung

Von Nelson aus fahren wir nachmittags in Richtung Golden Bay. Kurz hinter Takaka halten wir auf einem Freedom Camp an einer Brücke. Während ich über den schlecht geschotterten Platz orientiere um den größten Schlaglöchern auszuweichen, merke ich wie Philipp auf einmal aufschreit: „Das gibt’s ja nicht!“. Verständnislos gucke ich ihn an, denn es ist dunkel und außer ein paar anderen Vans sehe ich auf dem Platz nichts.

Nach einer kleinen Weile erklärt Philipp was er gesehen hat. Ihr alter Van den sie in 2016 während ihres Working Holidays gefahren haben steht ebenfalls hier auf dem Platz. Was ein lustiger Zufall, gibt es in Neuseeland doch einige Hunderttausend Autos und die Chance genau das gleiche zum zweiten Mal zu entdecken ist äußerst gering.

Leider ist es bereits spät und im Van brennt kein Licht mehr, deswegen verfolgen wir den Plan nicht weiter die neuen Besitzer anzusprechen.

Der Sternenhimmel hier oben ist großartig, denn Takaka ist eine der wenigen kleinen Ortschaften die sich überhaupt hier in der Gegend befinden.

 

Frühstück am Strand

Frühstück am Strand

 

Farewell Spit und Umgebung

Recht früh morgens brechen wir auf, denn wir wollen am Strand frühstücken und die Ruhe genießen. Auf dem Weg zum Farewell Spit erkunden wir noch ein paar einsame Strecken und fahren gefühlt jede Schotterpiste ab an der etwas Sehenswertes eingezeichnet ist. So erkunden wir Plätze an denen sicher nicht regelmäßig ein Backpacker Van entlang kommt. Auch ein paar kleinere Steinschläge nehmen wir mit… ein Grund mehr vorher eine Autoversicherung inklusive Glasschutz abgeschlossen zu haben.

Nachdem wir die entlegenen Pisten erkundet haben, aber keine besonders schönen Spots mehr finden konnten, fahren wir endlich zum Farewell Spit. Auch wenn ich hier bereits war, so wollen wir eine kleine Wanderung machen und die Spitze erkunden. Durch den Wind fliegt der Sand allerdings so tief, als das Wandern nicht besonders viel Spaß macht und wir bereits nach einer Stunde wie gesandstrahlt sind.

 

Farewell Spit und viel Sand

Farewell Spit und viel Sand

 

Takaka Hill und der Hawkes Lookout

So brechen wir bereits am Nachmittag auf und fahren in einem Rutsch bis zum Takaka Hill und suchen uns für die Übernachtung den Hawkes Lookout aus. Hier ist Self Contained Fahrzeugen eine Übernachtung erlaubt und es gibt einen tollen Aussichtspunkt von dem aus bereits Motueka zu sehen ist.

 

Fotos machen

Fotos machen

 

Nachts nehme ich noch ein paar Zeitraffer auf und werde von einem einsamen Possum zu Tode erschreckt. Gruselig die Geräusche eines Possums, wenn man gerade mit niemand anderem rechnet und tiefenentspannt Musik hört. Glücklicherweise hat das Possum vor mir genauso viel Angst und verschwindet schnell zwischen den Bäumen. Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Familie gehe ich spät aber zufrieden ins Bett und freue mich auf eine neue Woche.

 

Die Aussicht auf Motueka bei Nacht

Die Aussicht auf Motueka bei Nacht

 

Reisezeitraum und Wissenswertes

Unsere vierte Neuseelandreise fand vom 15.08.2019 – 13.11.2019 statt. Ohne große Vorplanung aber mit viel Wissen haben wir Neuseeland im eigenen Van erkundet und viele Updates zu bereits bestehendem Wissen geholt. So können wir auch weiterhin eine relevante und wichtige Wissensquelle für dich als Neuseeland Interessierten sein. Möchtest du Infos zu Neuseeland, so steht dir dieser Blog weitestgehend kostenfrei zur Verfügung.

Möchtest du eine individuelle Hilfe in Form von Tipps und Ratschlägen, dann schau dir einmal unser Backpacker First Aid Paket an.

 

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