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Erfahrungsbericht Work and Travel Neuseeland mit Elias von moreblue – Gastbeitrag

Work and Travel Erfahrungen

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Elias Klug und Severin Ruppaner vom Podcast „moreblue“, in dem es unter anderem um deren Work & Travel Aufenthalt in Neuseeland geht. In diesem Beitrag erzählen wir von unseren Erfahrungen in Neuseeland, neuen Freundschaften und wie diese Zeit dort unser Leben nachhaltig verändert hat. Im Folgenden erzähle ich (Elias) die Work and Travel Neuseeland Geschichte aus meiner Perspektive.

 

 

Elias und Severin in Neuseeland

Elias und Severin in Neuseeland

 

Ein typischer Anfang für Neuseeland

Nach 12 Jahren Schule einfach mal raus, die Story könnte nicht typischer anfangen: Im Anschluss an mein Abitur habe ich mich dazu entschlossen, Work & Travel in Neuseeland zu machen. Severin, den ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kannte, hatte in etwa die selben Gedanken.

Ich komme aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und Severin wohnt – wie ich heute weiß – am anderen Ende von Bayern, im Allgäu. Ich reiste Ende September mit zwei Schulfreunden nach Auckland, Severin eine Woche früher, ebenfalls mit einem alten Schulkollegen. Über die Beweggründe, diese Reise anzutreten, können wir beide im Nachhinein eigentlich nicht mehr viel sagen, außer, dass wir „mal raus“ wollten.

 

Work and Travel Neuseeland

Work and Travel Neuseeland (Foto Elias Klug)

 

Die Ankunft in Auckland

In Auckland angekommen kümmerten wir uns natürlich erst einmal um die ganzen organisatorischen Dinge und da wir unabhängig und frei reisen wollten, machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Camper Van. Auf einer Car Fair, einem „Autoflohmarkt“, wurden wir schließlich bei einem Händler, der seine Vans dort ausstellte, fündig.

Nun konnten wir also unseren ersten Roadtrip gen Norden starten. Wir gewöhnten uns schnell an das Wohnen im Auto und genossen es, jeden Tag an einem anderen Ort zu schlafen. So fuhren wir vorbei am 90 Miles Beach und den großen Sand Dunes bis zum Cape Reinga, dem Nordkap Neuseelands. Über die Ostküste des Northland ging es für uns wieder in den Süden und wir verabredeten uns mit 2 weiteren deutschen Reisenden, die wir noch aus Auckland kannten, um zusammen die Halbinsel Coromandel zu erkunden.

 

Einsame Strände in Neuseeland (Foto Elias Klug)

Einsame Strände in Neuseeland (Foto Elias Klug)

 

Neue Freundschaften dank Work and Travel Neuseeland

Am zweiten Tag des Coromandel-Roadtrips passierte etwas vermeintlich Unspektakuläres: An einem Parkplatz direkt am Meer trafen wir eines morgens auf Severin und Lucas. Damals konnte ich nicht mal im Geringsten erahnen, dass ich mich von diesen beiden bis zur Rückkehr nach Deutschland über Australien, Bali und Singapur keinen einzigen Tag mehr trennen würde und die daraus entstehende Freundschaft mein Leben in nicht vorstellbaren Maße mitgestalten würde. Die beiden waren auf der gleichen Route unterwegs und so kam es, dass wir nun zu siebt unterwegs waren.

Bereits am ersten Tag zusammen, fühlte es sich so an, als kannten wir uns alle schon seit der Kindheit. Es störte uns auch nicht, dass wir nicht viel über den jeweils anderen wussten. Irgendwie war das vollkommen irrelevant.

 

 

Eine Wellenlänge

Stattdessen hatten wir tiefsinnige Diskussionen über Gott und die Welt, spielten Karten und genossen die wunderschöne Natur der Halbinsel. Das Einzige was wirklich gezählt hat, war der Moment und das war schließlich auch das, was das Reisen durch Neuseeland für mich ausgemacht hat. Mit unserer Kolonne zogen wir also weiter über die Halbinsel, badeten in verborgenen Wasserfällen, genossen den Frühsommer und klapperten die schönsten Spots ab, die man sonst nur aus Social Media oder Urlaubskalendern kennt. Diese Zeit hat uns so zusammengeschweißt, dass wir uns gar nicht mehr trennen wollten.

 

Wenn‘s einmal läuft dann läufts

Alles nahm nun seinen Lauf. Wir fanden, womit zunächst keiner gerechnet hatte, sogar zu siebt Arbeit auf einer Kiwi Farm, kündigten jedoch nach drei Wochen, weil ohne unser Wissen Glyphosat gespritzt wurde und zogen weiter in den Süden der Nordinsel.

Von Rotorua zum Lake Taupo, weiter zum Tongariro Crossing mit anschließender Besteigung des Mt. Ngauruhoe (Schicksalsberg). Von dort ging es an die Westküste, wo wir bei besten Konditionen den Mt. Taranaki bestiegen haben und zum Jahresende 2018 schließlich nach Wellington, wo wir mit knapp 40 Leuten, die wir bis dato kennengelernt hatten in einem Club Silvester feierten. Alleine auf dieser Reise über die Nordinsel haben wir so viele inspirierende Menschen getroffen und unerwartet schöne Dinge erlebt, dass wir uns spätestens dann in das Land und den Lifestyle dort verliebt hatten.

 

Fährüberfahrt von Wellington nach Picton (Foto Elias Klug)

Fährüberfahrt von Wellington nach Picton (Foto Elias Klug)

 

Die Südinsel Neuseelands

Anfang Januar setzten wir mit der Fähre auf die Südinsel über und dass man nun seit mehr als drei Monaten mit eigentlich völlig fremden Menschen unterwegs war, war völlig normal geworden. Wir lernten uns alle immer besser kennen und es entstand regelrecht eine kleine Familie. Unser Weg führte uns weiter zu den Highlights Neuseelands, unter anderem dem
Abel Tasman National Park, wo wir eine zweitägige Kajak Tour machten. Ich erinnere mich noch genau, wie wir bei bestem Sommerwetter und 30°C durch das türkise Wasser paddelten, am Strand den Sonnenuntergang genossen und unter einem der schönsten Sternenhimmel, den ich je gesehen hatte, im Zelt schliefen.

Die Südinsel war genau, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Wesentlich wilder als die Nordinsel, weniger Zivilisation, noch mehr Natur. Den Hochsommer verbrachten wir in der Golden Bay, vor allem in Motueka und Takaka. Diese beiden kleinen Städtchen fühlten sich ein bisschen wie unser Zuhause an. In der Nähe von Takaka fanden wir ein kleines Festival, von denen es zu dieser Zeit sehr viele an der ganzen Küste gab. Drei Tage verbrachten wir dort in einem abgeschiedenen Tal mitten im Nichts, ohne Internet oder Sonstigem. Wir lernten viele Locals kennen, feierten und genossen das Wetter. Es war eine unbeschreibliche Zeit.

 

Einsame Straßen in Neuseeland (Foto Elias Klug)

Einsame Straßen in Neuseeland (Foto Elias Klug)

 

Golden Bay, Arthurs Pass und die Ostküste

Von der Golden Bay aus ging es für uns über den Arthurs Pass an die Ostküste, nach Christchurch. Es war bereits Ende Januar und wir machten uns langsam wieder auf die Suche nach einer neuen Arbeit. Wir fanden ein gutes Jobangebot am Lake Tekapo und hatten wieder einmal Glück. In dem gleichnamigen Ort Tekapo fanden wir wieder alle zusammen Arbeit, zwei von uns in einer Wäscherei, der Rest in einem Holiday Home Management als Housekeeper.

 

Der geilste Sternenhimmel in Neuseeland (Foto Elias Klug)

Der geilste Sternenhimmel in Neuseeland (Foto Elias Klug)

 

Gute Erfahrungen beim Arbeiten in Neuseeland

Viele erzählen nach ihrem Work & Travel Aufenthalt von ihren schlechten Erfahrungen beim Arbeiten in Neuseeland. Nur schlechtbezahlte Jobs und eintönige Arbeit auf den Farmen. Ich muss sagen, die Zeit am Lake Tekapo war für mich – und ich glaube, da spreche ich auch für den Rest der Truppe – eine der schönsten der gesamten Reise. Den Tag über waren wir beschäftigt, Ferienwohnungen und Villen sauber zu machen und dass an einem der schönsten Orte dieser Erde. Das realisierten wir meistens in der Mittagspause, wenn wir auf den luxuriösesten Dachterrassen saßen und auf den türkisen See mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund schauten und dabei unsere geschmierten Brote aßen. Der ganze Ort war wie eine kleine Gemeinschaft und so spielten wir abends nach der Arbeit regelmäßig mit anderen Arbeitern aus Chile Fußball und auch mit der Familie unseres Chefs verstanden wir uns so gut, dass er uns auf sein Boot zum Wakeboarden einlud. Das sind Momente, bei denen man erst im Nachhinein versteht, wie viele glückliche Fügungen wir eigentlich auf unserer Reise hatten.

Nachdem wir 5 Wochen dort gearbeitet hatten, gab es noch ein großes Abschlussgrillen mit all unseren Kollegen, was ein wirklich schöner Abschied für diese Zeit war. Der letzte Monat in Neuseeland war angebrochen, da wir für Mitte April schon einen Flug nach Sydney gebucht hatten. Wir klapperten noch die schönsten Spots der ganzen Insel ab. Vorbei am Mt. Cook ging es nach Wanaka und Queenstown, weiter in den Süden zum Milford Sound und an der Westküste wieder in den Norden, vorbei am Fox und Franz Josef Gletscher. Was wir hier noch mal mit eigenen Augen sehen durften, ist wirklich so schön, wie
es in Dokumentationen gezeigt wird. Wir waren wirklich jeden Tag von der Vielfältigkeit und Schönheit des Landes fasziniert.

 

Tolle Berge in Neuseeland (Foto Elias Klug)

Tolle Berge in Neuseeland (Foto Elias Klug)

 

Das Ende des Work and Travel in Neuseeland

Langsam neigte sich jedoch unsere Zeit in Neuseeland dem Ende zu und wir hatten da noch einen kleinen Problemkandidaten: unseren Van. Wer sich schon ein wenig mit der Work and Travel Thematik auseinandergesetzt hat, weiß, dass die Preise für Autos sehr saisonabhängig sind. Im neuseeländischen Sommer, wenn auch die meisten Backpacker ankommen, sind die Vans um ein Vielfaches teurer als im Winter, wenn alle wieder abreisen. Da es bei unserer Abreise schon Herbst war, hatten auch wir Probleme, einen Abnehmer für unseren L300 zu finden. Nach Kontaktaufnahme mit mehreren Händlern und dem erfolglosen Versuch, ihn auf einem Car Market loszuwerden, hatten wir den Gedanken, Naser aus Auckland zu kontaktieren, also den Händler, wo wir den Van auch gekauft hatten. Wir hatten Glück und er gab uns die Sicherheit, dass er uns den Camper zurückkauft, wenn wir ihn nach Auckland bringen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt in Christchurch und unser Flug nach Sydney ging von hier aus in 2 Wochen. Trotzdem überlegten wir gar nicht lange und beschlossen, nach Auckland zu fahren. Ein 16 Stunden Trip (inklusive Fährfahrt) stand uns bevor, doch das hat sich im Endeffekt mehr als gelohnt. Wir konnten unseren Van für einen halbwegs angemessenen Preis verkaufen und unsere Reise auch dort beenden, wo sie begonnen hatte, in Auckland.

 

Die letzten Tage in Neuseeland

Wir haben noch ca. 10 Tage bei Naser über der Werkstatt in einer kleinen Wohnung gewohnt und die letzte Zeit genossen, bevor es mit dem Flieger zurück nach Christchurch und anschließend nach Sydney ging.

 

Ein kurzes Fazit zu Neuseeland

Es ist relativ schwer, für diese Zeit ein Fazit zu ziehen. Die 7 Monate in Neuseeland vergingen zwar irgendwie wie im Flug, fühlten sich zugleich aber auch länger als ein halbes Jahr an. Was wir erlebt und gelernt haben, ist gar nicht in einem einzigen Blogbeitrag zu erzählen, weshalb wir auch den Podcast „moreblue“ ins Leben gerufen haben, um ausführlich von jeder Etappe in Neuseeland erzählen zu können.

 

Ein letzter Tipp für deine Reise

Wenn ich dir abschließend noch etwas mitgeben darf, dann verschließe dich nicht deinen
Träumen. Falls auch du ein Verlangen nach der Ferne verspürt, das Bedürfnis, „mal
rauszukommen“, dann geht diesem nach. Es wird sich definitiv lohnen.
Mein Leben hat es ins Unermessliche positiv verändert.

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